Du befindest dich in der Kategorie: Weise Helden unserer Zeit
Sonntag, 15. Oktober 2006
Aldous Huxley Von manadruide, 10:33
Huxley wurde als Sohn des Schriftstellers Leonard Huxley und dessen erster Frau Julia Arnold in Großbritannien geboren. Seine Mutter starb 1908, als Huxley gerade 13 Jahre alt war. Drei Jahre später erkrankte er am Auge, wodurch sein Sehvermögen stark eingeschränkt wurde. Wegen seiner Blindheit wurde er vom Dienst im Ersten Weltkrieg freigestellt. Sein Bruder ist der Biologe und Schriftsteller Julian Huxley, sein Großvater ist Thomas Henry Huxley.
Aldous Huxley schrieb seinen ersten (unveröffentlichten) Roman im Alter von 17 Jahren. Er studierte Literatur am Balliol College, Oxford. Als er Anfang 21 war, machte er die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Seine Romane erzählen von einer Entmenschlichung der Gesellschaft durch wissenschaftlichen Fortschritt (z. B. die DystopieBrave New World, deutsch: Schöne neue Welt), gleichzeitig schrieb er auch über pazifistische Themen (z. B. Geblendet in Gaza). Huxley wurde stark von Frederick Matthias Alexander beeinflusst, den er sogar als Romanfigur in Geblendet in Gaza aufnahm.
Während des Krieges verbrachte er die meiste Zeit in „Garsington Manor“, dem Wohnsitz von Lady Ottoline Morell. In seinem späteren Roman Crome Yellow (1921) karikierte er den Lebensstil von Garsington, was seine Freundschaft mit den Morrels aber nicht beeinträchtigte. Er heiratete Maria Nys, die er in Garsington kennengelernt hatte.
1937 zog Huxley nach Kalifornien. Hier setzt seine zweite Schaffensphase ein, die geprägt war von einer neuen Hinwendung zum Menschen. Der dezidierte Kritiker und scharfzüngige Realist lernte 1938Jiddu Krishnamurti kennen. Er wandte sich den großen Weisheitslehren der Welt zu und entdeckte in ihnen ein Band, welches sich am ehesten mit dem Begriff Mystik definieren lässt. Beredtes Zeugnis dieser Erkenntnis liefert „The Perennial Philosophy“. Der Roman „After Many a Summer“ ist bereits Ausdruck dieser neuen Zuwendung, die am deutlichsten in „Time must have a stop“ zu Tage tritt. 1953 ließ er sich auf ein von Humphry Osmond betreutes Experiment ein, welches die Wirkung von Meskalin auf die menschliche Psyche zum Inhalt hatte. In der folgenden Korrespondenz mit dem Autor prägten beide das Wort „psychedelic“ für die Wirkung dieser Substanz. Die Essays„The Doors of Perception“ und „Heaven and Hell“ beschreiben diese Wirkung und das Experiment, welchem er sich bis zu seinem Tod noch etwa zehn mal unterzog. Zeichen dieser, nicht nur sein Schreiben betreffenden, Veränderung ist auch sein letzter Roman „Island“ in welchem er eine positive Utopie seiner Dystopie „Brave New World“ entgegensetzte.
Am 22. November 1963 stirbt Aldous Huxley an Kehlkopfkrebs. Vor dem Tod lässt er sich von seiner Frau Laura intramuskulär LSD verabreichen.
Porträt von Dr. Albert Hofmann Von manadruide, 16:10
Dr. Dr. h.c. mult. Albert Hofmann
Porträt von Dr. Albert Hofmann
Der Schweizer Albert Hofmann gilt als einer der bedeutendsten Chemiker unserer Zeit. Er ist der Entdecker von LSD, in dem er bis heute ebenso eine «Wunderdroge» wie ein «Sorgenkind» sieht. Darüber hinaus leistete er Pionierarbeit in der Erforschung anderer psychoaktiver Substanzen sowie der Wirkstoffe wichtiger Arzneipflanzen und Pilze. Unter dem Eindruck des bewusstseinserweiternden Potentials des LSD wandelte sich der Wissenschaftler zunehmend zum Naturphilosophen und kulturkritischen Visionär. Am 11. Januar 1906 wird Albert Hofmann in der beschaulichen Schweizer Kleinstadt Baden geboren, als ältestes von vier Kindern. Sein Vater ist Werkzeugmacher in einer Fabrik, in der er Alberts spätere Mutter kennenlernt; als er schwer erkrankt, muss Albert, als Ältester, für den Unterhalt der Familie sorgen. Deshalb absolviert er eine kaufmännische Lehre. Nebenher büffelt er Latein und andere Sprachen; denn er will die Matura ablegen, was ihm an einer Privatschule gelingt. (Den Unterricht bezahlte ihm ein Taufpate.) 1926, mit zwanzig, nimmt Albert Hofmann an der Universität Zürich ein Chemiestudium auf. Vier Jahre später promoviert er dort mit Auszeichnung. Anschliessend ist er in den pharmazeutisch-chemischen Forschungslaboratorien der Firma Sandoz in Basel tätig, der er mehr als vier Jahrzehnte ununterbrochen die Treue hält. (1996 verschmolz Sandoz mit Ciba-Geigy zu dem Konzernriesen Novartis.) Dort befasst er sich vor allem mit Arzneimittelpflanzen und Pilzen. Besonders interessieren ihn die Alkaloide (Stickstoffverbindungen) des Getreidepilzes Mutterkorn. 1938 isoliert er den Grundbaustein aller therapeutisch bedeutsamen Mutterkornalkaloide, die Lysergsäure; diese versetzt er mit einer Reihe von Chemikalien. Die so gewonnenen Lysergsäure-Derivate testet er dann auf kreislauf- und atmungsanregende Wirkungen – unter anderem das LSD-25 (Lysergsäurediäthylamid). Weil die beobachteten Effekte hinter den Erwartungen zurückbleiben, verlieren die Pharmakologen von Sandoz jedoch rasch das Interesse daran. Einer «merkwürdigen Ahnung» folgend, wendet sich Albert Hofmann fünf Jahre später dem LSD-25 erneut zu. Am 16. April 1943, während des Synthetisierens, überkommen ihn plötzlich sonderbare Empfindungen - «eine merkwürdige Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl» -, die ihn veranlassen, die Laborarbeit zu unterbrechen. Zu Hause «legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch äusserst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell – drangen ununterbrochen phantastische Bilder von ausserordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand.» Drei Tage später, am 19. April 1943, begibt sich Hofmann auf den ersten freiwilligen LSD-Trip der Menschheitsgeschichte. Weil er die enorme Wirksamkeit der Droge noch nicht einschätzen kann, nimmt er um 16:20 Uhr mit 250 Mikrogramm eine relativ hohe Dosis ein – und lernt die halluzinogene Macht der Substanz intensiv kennen. (Siehe Text zum Schwerpunktthema am Freitag, 13. Januar 2006.) Mit der Entdeckung des LSD hat Albert Hofmann einen Schneeball ins Rollen gebracht, der im Nu zu einer Lawine anschwillt. Sie beeinflusst das ausgehende zweite Jahrtausend, zumindest in der westlichen Welt, in einem Masse, das nur noch mit der «Pille» vergleichbar ist. (Siehe Info-Text «LSD».) Von einer «Atombombe des Geistes» sprachen Bewusstseinsforscher ehrfürchtig. Zur Forschung, die nun weltweit einsetzt, trägt Albert Hofmann mit eigenen Studien wesentlich bei. So gelingt es ihm 1958 als erstem, aus den mexikanischen Zauberpilzen (Psilocybe mexicana) die psychoaktiven Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin zu isolieren; in Ololiuqui, den Samen einer Trichterwinde, findet er Inhaltsstoffe, die dem LSD verwandt sind. Er isoliert und synthetisiert die Wirkstoffe bedeutender Arzneipflanzen, um deren Wirkung zu untersuchen. Seine Grundlagenforschung beschert Sandoz mehrere erfolgreiche Arzneimittel: so das Geriatrikum Hydergin, das Kreislaufmittel Hydergot und das in der Gynäkologie eingesetzte Methergin. Bis zu seiner Pensionierung 1971 bleibt Hofmann bei Sandoz tätig, zuletzt als Leiter der Forschungsabteilung für Naturheilmittel. Danach widmet er sich verstärkt dem Schreiben und Vortragen. Für seine wissenschaftlichen Pionierarbeiten findet er zunehmend Anerkennung: Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, die Universität Stockholm und die Freie Universität Berlin verleihen ihm Ehrendoktorwürden, er wird ins Nobelpreiskomitee berufen. Ausgezeichnet wurden dabei herausragende Forschungsbeiträge – doch Albert Hofmanns Lebenswerk umfasst weitaus mehr. Von Anfang an begleitet er wohlwollend die Bemühungen von Ärzten und Psychotherapeuten, LSD in neue Ansätze zur Behandlung von vielerlei chronischen Krankheiten einzubeziehen. LSD nützt aber nicht nur bei speziellen Diagnosen – nach Hofmanns Überzeugung käme das «psychedelische» Potenzial der «Wunderdroge» jedem von uns zugute. In den veränderten Bewusstseinszuständen, die LSD auslöst, sieht sein Entdecker keineswegs bloss psychotische Wahnzustände eines chemisch manipulierten Gehirns, sondern Fenster zu einer höheren Wirklichkeit – wahrhaft spirituelle Erfahrungen, in denen sich ein gewöhnlich tief verschüttetes Potenzial unseres Geistes, die Göttlichkeit der Schöpfung, unsere Verbundenheit mit ihr offenbart. «Der einseitige Glaube an die naturwissenschaftliche Sicht des Lebens beruht auf einem folgenschweren Irrtum», schreibt Hofmann in Einsichten - Ausblicke. «Zwar ist alles wahr, was sie enthält – aber dies repräsentiert bloss die eine Hälfte der Wirklichkeit; nur deren materiellen, quantifizierbaren Teil. Ihr mangelt es an all jenen spirituellen Dimensionen, die nicht in physikalischen oder chemischen Begriffen beschrieben werden können; und gerade diese schliessen die wichtigsten Charakteristika alles Lebens ein.» Von einer Chemikalie, welche diese Aspekte der Welt erkennen hilft, profitiert nicht nur der einzelne Konsument; für Hofmann könnte sie Defizite heilen helfen, an denen die westliche Welt chronisch krankt: «Materialismus, Entfremdung von der Natur (...), Mangel an beruflicher Erfüllung in einer mechanisierten, leblosen Arbeitswelt, Langeweile und Ziellosigkeit in einer wohlhabenden, saturierten Gesellschaft, das Fehlen einer sinnstiftenden philosophischen Grundlegung des Lebens». Von Erfahrungen ausgehend, wie LSD sie vermittelt, könnten wir «ein neues Bewusstsein der Wirklichkeit entwickeln», das «zur Grundlage einer Spiritualität werden könnte, die nicht auf den Dogmen bestehender Religionen beruht, sondern auf Einsichten in einen höheren und tieferen Sinn» – darauf, dass «wir die Enthüllungen im Buch, das der Finger Gottes schrieb, erkennen, lesen und verstehen». Wenn solche Einsichten «Eingang in unser kollektives Bewusstsein finden, könnte sich daraus ergeben, dass die naturwissenschaftliche Forschung und die bisherigen Zerstörer der Natur – Technologie und Industrie -, dazu dienen werden, unsere Welt in das zurückzuverwandeln, was sie einst war: in einen irdischen Garten Eden.» Mit dieser Botschaft wird aus dem genialen Chemiker ein tiefsinniger Naturphilosoph und kulturkritischer Visionär. Die kritische Distanz zur LSD-Euphorie von Hippie- und Flower Power-Bewegten hat Albert Hofmann allerdings nie aufgegeben; dass er ein «Sorgenkind» in die Welt gesetzt hat, betont er schon im Titel seines bekanntesten Werks. Stets weist er auf die Risiken eines unkontrollierten Konsums hin. Andererseits wird er nicht müde zu betonen, was LSD von den meisten anderen Drogen grundlegend unterscheidet (siehe Info «Drogen – Eine Klassifikation»): Auch bei wiederholtem Gebrauch macht es nicht abhängig; es schränkt das Bewusstsein nicht ein; in üblicher Dosis ist es völlig ungiftig. Die pauschale Verteufelung von Psychedelika, die Massenmedien und konservative Politiker und Regierungen von den sechziger Jahren an betrieben, konnte er nie nachvollziehen; für ihn spricht nichts dagegen, dass psychisch stabile Persönlichkeiten in ausgeglichener Stimmungslage und angenehmer Umgebung (Set und Setting) LSD konsumieren. Um so enttäuschter war Albert Hofmann, als er miterleben musste, wie der Gebrauch von LSD seit den ausgehenden sechziger Jahren weltweit kriminalisiert und verboten wurde – sogar zu therapeutischen und Forschungszwecken. (siehe Info-Text zum Schwerpunktthema am Freitag, 13. Januar 2006.) Falls vom Basler Symposium Anstösse zu einer Kehrtwende ausgehen, so wäre dies gewiss das schönste Geburtstagsgeschenk, das man Albert Hofmann zu seinem Hundertsten machen könnte. (HW)
Leary wurde in den 1960er und 1970er dafür berühmt, dass er den freien und allgemeinen Zugang zu bewusstseinsverändernden Drogen (z.B. Meskalin, Psilocybin und LSD) propagierte. In diesem Zusammenhang erfand er den PR-Slogan Turn on, Tune in, Drop out (im übertragenen Sinne: "Mach dich an [z.B. durch Drogen], stell dich um [richte dein Leben neu aus], spring ab [von den Fesseln der Gesellschaft]").
Damit hatte er einen anderen Ansatz als Aldous Huxley, der schon 1953 mit Meskalin experimentierte und seine Erfahrungen in dem einflussreichen Text Die Pforten der Wahrnehmung veröffentlichte. Huxley befürwortete den experimentellen Einsatz von Meskalin ausschließlich für einen kleinen Kreis Intellektueller, Künstler und religiöser Menschen, nicht für die Allgemeinheit. Eine weitere von Leary abweichende therapeutische Anwendung von LSD, in geschütztem Umfeld und mit medizinischer Begleitung, beschreibt Stanislav Grof (Psycholyse).
Timothy Leary sah psychedelische Drogen als Mittel zur Neu-Programmierung des Gehirns, d.h. (in seiner Terminologie) der Aufhebung vorhandener Prägungen und der gleichzeitigen Öffnung für neue Prägungen. Leary betonte den Einfluss von Set (innere Einstellung des Konsumenten zum Zeitpunkt des Rausches), Setting (Umgebung und Umfeld bei der Sitzung) und Dosis, auf den Wirkungsverlauf halluzinogener Drogen. Nach Leary kann durch günstiges Set und Setting das Entstehen von Psychosen durch Psychedelika verhindert werden. Leary hat also niemals einen unkontrollierten Drogenkonsum gutgeheißen (auch wenn er so missverstanden wurde), welcher schnell fatale Folgen zeigen kann (Psychosen, Selbstmorde). Vielmehr verlangte er einen verantwortungsvollen Umgang mit Drogen und befürwortete Experimente unter professioneller Führung. Ferner gab er angehenden Psychonauten folgenden Rat:
"Acid is not for every brain - only the healthy, happy, wholesome, handsome, hopeful, humorous, high-velocity should seek these experiences. This elitism is totally self-determined. Unless you are self-confident, self-directed, self-selected, please abstain."
(Deutsch: "LSD ist nicht für jedes Gehirn etwas - nur die Gesunden, Glücklichen, Schönen, Hoffnungsvollen, Humorvollen und Agilen sollten nach einer solchen Erfahrung suchen. Dieser Elitismus ist gänzlich selbstbestimmt. Wenn du nicht selbstbewusst, selbstgesteuert, selbstbestimmt bist, lass es bitte.")
Leary formulierte in diesem Zusammenhang die Zwei Gebote für das Molekulare Zeitalter:
Thou shalt not alter the consciousness of thy fellow men. (Deutsch: Du sollst das Bewusstsein deines Nächsten nicht verändern.)
Thou shalt not prevent thy fellow man from altering his or her own consciousness. (Deutsch: Du sollst deinen Nächsten nicht daran hindern, sein oder ihr Bewusstsein zu verändern.)
Diese Sätze sind aber durchaus nicht nur in Bezug auf den Gebrauch von Drogen zu verstehen, sie beziehen sich auch auf die Manipulation durch Massenmedien, Politiker und Gruppenzwang.
Terrence Mckenna Botschafter der Anderswelt Von manadruide, 07:42
Terence McKenna (who died April 2000) was a professional mushroom researcher, among other things, and in the course of his long first-hand study he experienced a visionary inspiration for a fascinating piece of software called Timewave Zero. I first read of it in his book The Archaic Revival: Speculations on Psychedelic Mushrooms, the Amazon, Virtual Reality, UFO's, Evolution, Shamanism, the Rebirth of the Goddess, and the End of History. Quite a mouthful, that: but when you've done as many mushrooms as Terence... Anyway, the official introduction to the original program from Dolphin Software (by Peter Meyer) describes it best:
This software illustrates Terence McKenna's theory of time, history and the end of history as first described in the book The Invisible Landscape by him and his brother Dennis, and more recently in his The Archaic Revival (HarperSanFrancisco, 1992). The theory of Timewave Zero was revealed to Terence by an alien intelligence following a bizarre, quasi-psychedelic experiment conducted in the Amazon jungle in Colombia in 1971. Inspired by this influence Terence was instructed in certain transformation of numbers derived from the King Wen sequence of I Ching hexagrams. This led eventually to a rigorous mathematical description of what Terence calls the timewave, which correlates time and history with the ebb and flow of novelty, which is intrinsic to the structure of time and hence of the temporal universe. A peculiarity of this correlation is that at a certain point a singularity is reached which is the end of history-or at least is a transition to a suprahistorical order in which our ordinary conceptions of our world will be radically transformed. The best current estimate for the date of this point is December 21, 2012 CE [common era], the winter solstice of that year and also the end of the current era in the Mayan calendar.